#MenschenWürdeSchützen

Solidarität geht über Grenzen – Hessen muss Flüchtlinge JETZT aufnehmen

Der Hessische Flüchtlingsrat appelliert mit 143 weiteren hessischen und bundesweiten Organisationen an die Landesregierung:
Lassen Sie Worten Taten folgen. Schaffen Sie ein Landesaufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Not.

Mit dem Appell #MenschenWürdeSchützen richten sich der Hessische Flüchtlingsrat, die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche im Rheinland, das Bistum Limburg, der DGB Hessen-Thüringen, die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen, Amnesty International, Pro Asyl und medico international sowie mehr als 130 weitere bundesweite und hessische Organisationen an die hessische Landesregierung. Auch die Oberbürgermeister von Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg, Wiesbaden und die Landräte der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau sowie weitere kommunal Verantwortliche haben den Appell unterschrieben.

Gerade in Zeiten der weltweiten Corona-Krise verschärft sich überall die Situation in den Flüchtlingslagen. Wir müssen jetzt handeln! Es gibt in Hessen eine große Aufnahmebereitschaft, wie der breit getragene Appell für ein substantielles Landesaufnahmeprogramm zeigt. Dabei darf es aber nicht nur um eine symbolische Anzahl an Aufzunehmenden gehen, sondern es muss ein echtes Aufnahmeprogramm werden, mit dem kontinuierlich einer signifikanten Anzahl an Menschen geholfen wird“, bekräftigte Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrates, die Forderungen des Bündnisses.

Die Einreise von Flüchtlingen nach Deutschland geht stetig zurück. In Hessen wurden im April 2020 nur 162 Schutzsuchende registriert. Im März waren es 450, im Februar 684 und im Januar 756. Wir haben Platz.

Die Unterzeichnenden fordern die Hessische Landesregierung auf:

  • Schaffen Sie mit einem dauerhaften Landesaufnahmeprogramm sichere und legale Zugangswege und eine Lebensperspektive für jährlich mindestens 1.500 besonders verletzliche Flüchtlinge aus Flüchtlingslagern!
  • Ermöglichen Sie, dass Menschen aus den griechischen Flüchtlingslagern, die familiäre Beziehungen in Hessen haben, kurzfristig aufgenommen werden!
  • Setzen Sie alle Hebel in Bewegung, damit die Bundesregierung endlich ein dauerhaftes Aufnahmeprogramm auflegt und zwar für im Mittelmeer aus Seenot gerettete Personen, für allein reisende Kinder und kranke Kinder mit ihren Familien in griechischen Flüchtlingslagern. Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie der Bundesregierung zusagen, im Rahmen eines solchen Programms pro Jahr mindestens 300 Flüchtlinge mehr aufzunehmen, als Sie es nach dem innerdeutschen Verteilmechanismus (Königsteiner Schlüssel) eigentlich müssen!

Menschlichkeit und Solidarität haben in Hessen eine lange Tradition.
Die Menschen, für die wir uns mit diesen Forderungen einsetzen, brauchen beides – JETZT!