Flüchtlingshilfe N-I sucht Verstärkung für das Sprachpatenteam

In Neu-Isenburg hilft ein tolles, engagiertes Team Ehrenamtlicher unseren
Neubürgern Deutsch zu lernen und zu sprechen. Diese Sprachpaten leisten
einen unverzichtbaren Beitrag zur Integration der Menschen, die in unserer
Stadt eine neue Heimat gefunden haben. Die Lernenden kommen aus allen
Altersgruppen, darunter sind Kinder und Jugendliche, die in der Schule
Unterstützung brauchen, aber auch junge Erwachsene, die sich schon gut
verständigen können, aber ihre Sprachkenntnisse verbessern wollen.

Aktuell liegen uns etliche Anfragen vor, für die wir unser Team verstärken
möchten. Die Kinder sind zwischen 8 und 13 Jahre alt, die Erwachsenen haben
unterschiedliche Sprachniveaus.

Haben Sie Zeit und Lust, unser Sprachpatenteam zu verstärken? Wir stellen
den Kontakt zwischen Sprachpaten und Lernenden her und helfen gerne auch bei
der Auswahl der Lernmaterialien. Die Lernstunden vereinbaren Sie mit dem/der
Lernenden selbst oder Sie unterstützen den wöchentlichen Sprachtreff in der
Stadtbibliothek Neu-Isenburg donnerstags von 11 bis 13 Uhr.

Bitte melden Sie sich bei der Flüchtlingshilfe Neu-Isenburg e.V.,
Michael Kaul oder bei Katharina Mieskes

Stand am Tag der Nationen zu Gunsten der Seenotrettung im Mittelmeer

Wie jedes Jahr beteiligt sich die Flüchtlingshilfe Neu-Isenburg am „Tag der Nationen“.

Tag der Nationen
25. August 2018, ab 12 Uhr
Rosenauplatz (neben der Hugenottenhalle)
Neu-Isenburg

  • Frisch gebackene, leckerer Crêpes
  • selbstgebackenen Kuchen
  • Fairtrade Kaffee
  • Tee aus dem Samowar
  • Informationen zur Arbeit der Flüchtlingshilfe

— Unterstützung für die Menschenretter im Mittelmeer

Wir möchten an unserem Stand auf eine dringend notwendige Aktion aufmerksam machen sowie für die Hilfsorganisationen Spenden sammeln:

Täglich ertrinken im Mittelmeer Menschen, die vor Terror, Gewalt oder Hunger nach Europa fliehen. Unabhängige Hilfsorganisationen versuchen, möglichst viele zu retten, werden aber zunehmend durch die Anrainerstaaten daran gehindert. Die Besatzungen der Schiffe von z.B. Sea-Watch oder Sea-Eye mussten mit zuschauen, wie hunderte Menschen ertranken. Der Kapitän der „Lifeline“ steht, weil er Menschen gerettet hat, vor Gericht. Inzwischen werden viele der Rettungsschiffe mit fadenscheinigen Begründungen in den Häfen festgehalten. Die Hilfsorganisationen kämpfen vor Gericht darum, ihre Rettungseinsätze fortsetzen zu dürfen.

Um sie zu unterstützen, werden wir unsere Einnahmen am Tag der Nationen „Sea-Eye“ und „Sea-Watch“ spenden.

Mit unserer Unterschriftensammlung wollen wir die Stadt Neu-Isenburg bitten, dem Beispiel anderer europäischer Städte zu folgen und sich zum „Sicheren Hafen“ für Geflüchtete zu erklären.

„Omas gegen rechts“ auf dem Wochenmarkt

Im Rahmen unserer Aktionswochen auf dem Wochenmarkt „Solidarität statt Hetze“ fand am Samstag, dem  11.8. 2018 der Auftakt mit der Aktion „Lesen gegen Rechts“  sehr erfolgreich statt. 

Unsere „Straßenschilder“ mit der Aufschrift: „Neu-Isenburg ohne Rassismus“ haben viel Aufmerksamkeit erregt. Die ausgelegten Bücher zum Thema Faschismus und Rassismus von Frau Duchmann  interessierten viele Besucher ebenso wie die zum Verkauf angebotenen Bücher  der Buchhandlung Leander. Weiterlesen

Solidarität statt Hetze

Die Initiative „iburg ohne Rassismus“ lädt ein:
LESEN GEGEN RECHTS
Samstag, 11. August 2018 ab 9:30 Uhr
auf dem Wochenmarkt Neu-Isenburg, Bahnhofstraße
Bücherstand mit u.a. Matthias Loesch Pfr. i.R., Margit Emde, Jutta Duchmann
Rassistische Hetze – egal von welcher Seite – darf nicht unwidersprochen bleiben. Das Wahlkampfgetöse zur hessischen Landtagswahl (am 28.10.2018) läßt nichts Gutes erahnen. Wir wollen Rassismus, Ressentiments, Faschismus … in unserem Alltag entgegentreten.
Wir wollen „Neu-Isenburg ohne Rassismus“ – auf der Straße, in den Köpfen und auch auf den städtischen Orts-Schildern.
Dazu treffen wir uns – ab jetzt, so oft wie möglich – samstags am Stand. Es gibt noch viele weitere Ideen. Ob Regenschirme gegen Rechts, Omas gegen Rechts ….
Kommt dazu. Macht mit. Gemeinsam haben wir genug Ideen, um vieles zu erreichen.
Initiative „iburg ohne rassismus“
Ansprechpartner: Rolf Engelke

Einstein als Ferienprogramm für Neubürger*innen

Neu-Isenburg, 2.08.2018 – Einsteins Relativitätstheorie erleben, in ein begehbares Auge gehen und es von innen betrachten, Menschen in riesigen Seifenblasen
einhüllen – die „Experiminta“ in Frankfurt führt in die spannende Welt der Wissenschaften. Das Mitmachmuseum war das erste Ziel
einer Ausflugsreihe, die die Flüchtlingshilfe Neu-Isenburg mit Neubürger*innen und ihren Pat*innen in den Sommerferien unternahm.

Im Vivarium, dem kleinen Zoo in Darmstadt, kamen einige der Kinder und Jugendlichen aus Kriegsländern erstmals Tieren nahe. Im
Palmengarten erlebten sie die Natur der verschiedensten Weltregionen. Im Zirkus Wannabe zeigten die Kinder Mut und Geschick.

Balance mit brennder Fackel

— Am Ende eines aufregenden Tages beim Zirkus Wannabe scheuten sich die Kinder nicht mit brennenden Fackeln auf dem Balken zu balancieren. — Foto: Ayse Tschischka

Die Mischung aus Erleben, Lernen und Entspannen kam sehr gut an. Zwischen 20 und 50 Personen nahmen jeweils an den Ausflügen teil. Alle Ausflugsziele wurden mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht, so hielten sich die Kosten, die von der Flüchtlingshilfe getragen wurden, in Grenzen.

Äthiopierin bangt um Aufenthaltsgenehmigung

Monica war in der Erstaufnahme in der Rathenaustraße untergebracht als sie kurz ver der Entbindung stand. Undenkbar war es, dass sie und das Baby nach der Geburt in dieses Sammellager zurückkehren muss. Die Flüchtlingshilfe fand für sie ein Wöchnerinnenquartier bei Familie Kasper. Daraus entwickelte sich mehr als eine Freundschaft. Die Frankfurter Neue Presse berichtet über das Schicksal der Mutter und der kleinen Deborah.

Von Monica Shaquts Asylantrag wurde schon einmal abgelehnt. Nun hat sie mit Hilfe von Dieter Kasper und einem Anwalt dagegen geklagt. Bis circa Oktober muss sie nun bangen, ob der Rechtsweg erfolgreich war.
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Der Fahrradkurs für Flüchtlingsfrauen, ein „kleiner großer Schritt“ in unsere Gemeinschaft

Mit Recht stolz auf den erfolgreich absolvierten Fahrradkurs: v.l.n.r Marjan, Makiye, Maryam, Trainerin Nicole, Lujain, Selam

Die große Nachfrage bei unseren Flüchtlingsfrauen nach einem Fahrradkurs hat uns sehr gefreut. Kurzfristig konnten wir, mit Unterstützung des Sportamtes Neu-Isenburg, den zweiten Fahrradkurs dieses Jahres organisieren. Das Interesse war so groß, dass wir leider zwei Interessentinnen aufs nächste Jahr vertrösten mussten. Weiterlesen

Fahrradtour zum Bienenfestival in Frankfurt

Alles rund um die Bienenhaltung erfahren wir beim Bienenfestival im Botanischen Garten in Frankfurt.
Samstag 23. Sept. 2017
Abfahrt: 10:45 Uhr, N-I Gravenbruch Meisenstr. 13
Abfahrt: 11:15 Uhr, N-I Beethhovenstr. Jugendcafé

Wir radeln durch den Stadtwald und größtenteils über Radwege und Fahrradstreifen durch die Innenstadt in den Botanischen Garten (Nähe Palmengarten). Dort informieren ImkerInnen an über 20 Informationsständen zu den Themen Bienenhaltung, Honiggewinnung. Mehr …

Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“

Zur Eröffnung

Grußwort von Pfarrer Matthias Loesch
für den Sprecherkreis der Flüchtlingshilfe Neu-Isenburg
anlässlich der Ausstellungseröffnung von Pro Asyl
im Rathaus Neu-Isenburg am 19.09.2016

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren, liebe Anwesende,

ich heiße Sie, auch im Namen der Flüchtlingshilfe Neu-Isenburg, sehr herzlich willkommen zur Eröffnung einer besonderen Ausstellung von Pro Asyl. Wir als Flüchtlingshilfe sind froh und dankbar, dass die Stadt Neu-Isenburg es ermöglicht, diese Ausstellung, die sicherlich so manche Diskussion auslösen und provozieren wird, im Rathaus zu zeigen.

Denn, Pro Asyl ist dafür bekannt, dankenswerter Weise Klartext zu reden, also jenseits schöner und glatter Sonntagreden Fakten zu präsentieren, denen wir uns, ob wir wollen oder nicht, ob sie uns schmecken oder nicht, zu stellen haben.

Dazu gehört eben auch, über den Tellerrand hinauszuschauen und sehr genau die Fluchtgründe und Fluchtursachen zu benennen, die Menschen dazu bringen, ihre Heimat aufzugeben, in der vagen Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Und wir werden dabei entdecken: auch wir, der sogenannte Westen, unser Europa und unser Land, sind da als Folge unserer Politik und unserer Lebensart in vielerlei Hinsicht auf vielfältige Weise massiv hineinverstrickt in die Ursachen und Gründe, die zu Flucht und Migration führen. Anders gesagt: wir sind für diese Entwicklung mitverantwortlich und können uns daher, auch angesichts der Globalisierung, nicht, wie viele es sich offenbar wünschen, raushalten.

Und genau so werden wir damit auch befasst bleiben: wer meint, wir könnten uns davor verschanzen, wir könnten uns mit Trutzbundmentalität da raushalten und als Festung Europa uns damit die Menschen vom Hals halten, die schon auf dem Weg sind, oder sich auf den Weg machen, der betrügt sich selbst. Gerade wenn wir die Fluchtgründe und Fluchtursachen ernst nehmen, werden wir erkennen: der Strom der Menschen, die ein besseres Leben suchen, wird bleiben. Vielleicht auf anderen Wegen als bisher, aber er wird bleiben, wenn wir nicht – und da trägt eben auch der Westen besondere Verantwortung – global umsteuern. Es lohnt sich daher, sich zum Beispiel mit den Anregungen auseinanderzusetzen, die in diesen Tagen der Club of Rome zur globalen Zukunft der Weltfamilie veröffentlichte. Und bringen wir es doch auf den Punkt: unzähligen Menschen weltweit geht es doch so, wie es in der schönen Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten heißt: „Komm mit, denn etwas Besseres als den Tod werden wir überall finden.“

Auch die Ausstellung, die heute hier eröffnet wird, hilft uns, genau hier zu Klarheit und neuen Einsichten zu kommen.

Der Platz der Flüchtlingshilfe ist in all dem freilich primär der Platz an der Seite der Menschen, die zu uns gekommen sind und zu uns kommen. Zum einen, weil wir nach all dem Dunkel und all dem Schrecken Deutscher Geschichte es für einen humanitären Schatz halten, das unser Grundgesetz pro Asyl ausgelegt ist und es zur Ethik unserer freien und offenen Gesellschaft gehört, Notleidenden und Schutzsuchenden beizustehen und die Türen zu öffnen.

Und, um es deutlich zu sagen: das hat nichts mit infantiler, rosaroter Sozialromantik zu tun, nicht mit einfältigem Gutmenschentum oder einer gerade mal hippen Willkommenskultur. Wir sehen sehr wohl, wo es schwierig ist und schwierig sein wird in unserer Gesellschaft, bei dieser kolossalen Aufgabe, so viele Menschen aufzunehmen und ihnen gute Nachbarn zu sein. Da kommen wir mit Sprüchen nicht weiter, da muss hart, konkret und im Detail gearbeitet werden und wo es so richtig knirscht im Kitt unserer Gesellschaft, gilt es, mit Vernunft und Sachverstand, aber eben auch mit Überzeugung klarer Kante tragfähige Lösungen zu finden. Genau dabei arbeiten unzählige Menschen in unserem Land in den Flüchtlingshilfen und Hilfsinitiativen mit. Die reden nicht nur, die packen an und suchen nach Wegen, die tragen und in die Zukunft führen – leider wird das zu wenig in der Öffentlichkeit bemerkt und unsere Arbeit wird oft auf naives Helfertum reduziert.

Und warum sich Menschen dem verschrieben haben, mitzuhelfen, dass wir eine Gemeinschaft nicht nur einer beliebigen Toleranz, sondern eine Gemeinschaft der Solidarität mit den zu uns Kommenden sind und bleiben, das ist einfach gesagt: weil da nicht zuerst Flüchtlinge, Migranten, Syrer, Somalier, Eritreer, Afghanen, Iraker, Iraner, Muslime, Christen oder sonstige zu uns kommen, sondern Menschen.

Und wo es um den Menschen geht, da sind wir, wie es mir kurz vor seinem Tod noch mein alter Freund Hans Koschnik einmal sagte: „Da sind wir verpflichtet“. Und wie verräterisch ist doch Sprache, wenn dem gegenüber auch in der Politik von der nötigen Solidarität mit Menschen in Not dauernd nur als einer „Flüchtlingskrise“ geredet wird.

Ja, Menschen sind gekommen, kommen und werden kommen und das heißt natürlich, da kommt – weil es eben um Menschen geht – weder Engel noch Teufel, wie es der großartige Philosoph Blaise Pascal einmal formulierte, es kommen Menschen, mit Stärken und Schwächen, mit hellen und dunklen Seiten – wie das eben bei uns allen so ist in jeder menschlichen Gemeinschaft, in jeder Gesellschaft.

Und es ist empörend, wenn ständig da mit zweierlei Maß und doppelter Moral gemessen wird: Man denke nur daran, wie intensiv und immer wieder, noch Monate später, Talkrunden rauf und runter, Vorfälle wie in Köln oder jetzt in Bautzen hochgefahren werden. So, als stünde die Republik vor dem Kollaps, während die permanente sexualisierte Gewalt in unserer Gesellschaft, die sich nicht selten unter anderem auch bei den so beliebten und großinszenierten Volksfesten austobt, ebenso hingenommen wird, fast wie ein Kavaliersdelikt, wie mehr als tausend Übergriffe, inklusive Brandanschläge und Mordversuche auf sogenannte Fremde in einem Jahr, Tendenz steigend. Oder der ungenierte öffentliche Aufmarsch rassistischer Mobs, per Internet verabredet, wie z. B. auch jetzt in Bautzen. Auf der einen Seite die ständige Rede davon, wie sehr doch Flüchtlinge und Migranten die innere Sicherheit gefährdeten und weil das eine Bedrohung sei, müsse eben – und das sei ein alarmierendes Zeichen und belaste die Kassen und somit den berühmten Steuerzahler – verstärkt Polizei eingesetzt werden. Auf der anderen Seite aber wird es, quasi wie ein Naturgesetz und wie selbstverständlich als das schlicht Normale hingenommen und nicht als Bedrohung der öffentlichen Ordnung wahrgenommen, weil es wohl zur deutschen Gesellschaftskultur gehört, dass Woche für Woche abertausende von Polizisten, aus Steuermitteln finanziert, eingesetzt werden, um Fußballfans, im Osten sogar bis in die fünfte oder sechste Liga hinunter, daran zu hindern, sich gegenseitig krankenhausreif und in den Rollstuhl zu prügeln, oder gar tot zu schlagen – und Ihr könnte mir glauben, ich weiß, wovon ich rede. Flüchtlinge und Migranten habe ich da jedenfalls noch keine gesehen.

Auf der einen Seite, wenn etwas vorgefallen ist, gleich der empörte Aufschrei und der massive Ruf nach politischen Konsequenzen, um den inneren Frieden zu retten, in der Regel nach Abschottung und Abschiebung – auf der anderen Seite aber heißt es dann lediglich: Naja, ein paar unbelehrbare Chaoten, ist halt so, das kann uns aber die Freude am Fußballfest nicht verderben.

Zweierlei Maß, wohin man blickt. Warum eigentlich, wo es doch um Menschen geht. Und es bedeutet schon etwas, wenn ausgerechnet ich, dem man gern den Titel Kickers-Pfarrer, den Eintracht-Trainer Niko Kovač zitiere, der, einst selbst Flüchtling, angesichts seiner Multi-Kulti-Truppe und der Frage, wie er damit zu Rande komme, so schön sagte: „Was uns alle verbindet, ist das Menschsein!“

In diesem Sinne wünschen wir der Ausstellung viel Erfolg, der Gestalt, dass sie Herzen zu öffnen und die Vernunft zu schärfen vermag.