Sommerfest ohne Grenzen

Das Fest an der Gemeinschaftsunterkunft war ein voller Erfolg. Menschen vieler Kulturen fanden zusammen, kamen ins Gespräch und erlebten einen wunderbaren Nachmittag.
Ein ganz großes Kompliment an die Organisatoren und die vielen fleißigen Helfer*innen, die diesen Tag ermöglicht haben.
Das Fest in der Presse:
Offenbach Post, Frankfurt Neue Presse
Bilder des Festes – Fotos: Marianne Kestler, Andreas Frieler, Hannelore Kaus-Schwörer

Frühjahrsputz mit Neubürgern in Gravenbruch

11. März 2017: Am diesjährigen Frühjahrsputz der Stadt haben sich mit großem Engagement die Neubürger Sohrab Sharifi, Hanif Rahimi, Basir Haidari und Mohammed Bismullah zusammen mit Mitgliedern des Freundeskreises der Flüchtlinge Gravenbruchs Petra Ost mit Sohn und Enkel, Hannelore Kaus-Schwoerer, Ingrid Bickmann und Asuman Demir beteiligt. Gemeinsam sammelten sie mehrere Säcke mit Müll, darunter einen Autokindersitz, aus dem Wald und dem nahegelegenen Wohngebiet auf. Wegen des schönen Wetters hat es allen sogar richtig Spaß gemacht und für die jungen afghanischen Männer war es eine Selbstverständlichkeit, hier mit anzupacken. (Hannelore Kaus-Schwoerer)

Meinungen

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Der Tod hat Gesichter

9. März 2017: 27 Sekunden dauerte der Beitrag am Mittwoch in der Tagesschau über das IS-Massaker an einem Krankenhaus in Kabul am 8. März 2017, bevor man sich wieder den Unkenrufen im bevorstehenden deutschen Wahlkampf widmete (https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan-kabul-angriff-103.html).

Gar nicht erwähnt wurde, dass bei dem brutalen Angriff auf die bislang als sicherstes Krankenhaus in Kabul eingestufte Klinik 40 Menschen starben und 70 verletzt wurden. Unter den Toten und Verletzten: Ärzte, Krankenhauspersonal, Patienten. Frishta war heute in Tränen aufgelöst. Unter den Ermordeten waren vier ihrer Kollegen, junge Männer, die sie kannte:

Sie alle hatten Familie und kleine Kinder. „Ich verstehe nicht, wie man Ärzte so brutal umbringen kann. Sie retten doch leben,“ schluchzt Frishta, selbst Zahnärztin aus Kabul. Der IS kann. Der rekrutiert sich aus gehirngewaschenen menschlichen Waffen, die vor nichts zurückschrecken. Das darf man aber den Angehörigen und Freunden so nicht sagen. Sie haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass in ihrem Heimatland nach vielen Jahrzehnten Krieg und Terror irgendwann einmal Frieden einkehrt und sie zurückgehen können, um ihr Land wieder aufzubauen.

Irgendwann einmal… Derzeit ist die Sicherheitslage in Afghanistan prekärer denn je. Die Taliban haben Konkurrenz bekommen. Jetzt mischt der IS auch noch mit. Mit Frieden und Sicherheit hat das so viel zu tun wie Merkel mit Schulz beim Candle Light Dinner.

Eine Neubewertung der Sicherheitslage in Afghanistan sollte höchste Priorität haben, bevor irgendein Charterflug mit abgeschobenen afghanischen Menschen von jedwedem deutschen Flughafen wieder Kurs auf die Todesmetropole Kabul nimmt!

Marianne Kestler

Ayse meets Stepi

Ayse Tschischka, die neue Flüchtlings-Sport-Coachin der Stadt Neu-Isenburg, nahm am 6. Februar 2017 mit vielen anderen hessischen Sport-Coaches an der Tagung von Innenminister Beuth, „Sport und Flüchtlinge“, in Wetzlar teil.

Gastredner der Veranstaltung: die Frankfurter Trainer-Legende „Stepi“ Stepanovic.
Weitere Hintergrund-Informationen: Sport-Coaches nehmen Schlüsselfunktion ein

Geld für „Flüchtlinge“: Das Land zahlt

Ein Kommentar zur Flüchtlingspolitik

Was sich gut anhören soll, die Seele und das Gewissen beruhigen – es enthält das unabdingbare ABER, was sich bei finanziellen Entscheidungen immer als Casus Knacktus erweist.

Im Land Hessen erhalten die Kommunen pro Flüchtling eine Pauschale, die – nach zahlreichen Verhandlungen – 2016 je nach Region auf zwischen 865 und 1.050 Euro aufgestockt wurde. Das Finanzministerium Wiesbaden hat nun entschieden, dass diese Pro-Kopf-Pauschalen bis 2020 weiter vom Land Hessen an die Kommunen fließen. Das klingt schön, und alle könnten jubeln.

Grund zum Jubeln besteht indes nur bei den Geldgebern. Es fängt schon mit der Definition des Begriffs „Flüchtling“ an. Ein längerfristiges Bleiberecht ist nur den Wenigsten beschieden. Die Mehrzahl fällt unter den „subsidiären Schutz“, die „Duldung“ oder einen abgelehnten Asylantrag mit anberaumter Abschiebung. Eventuelle Kosten der Glücklichen, deren Asylantrag bewilligt wurde, werden von der Bundesarbeitsagentur getragen, nicht von den Städten und Kommunen. Konkrete Zahlen zu letzterer Kategorie liegen noch nicht vor. Abzusehen ist deren „Überschaubarkeit“. Alles andere ist ein Kostenfaktor.

Ziel ist, die meisten Zuwanderer abzuschieben oder in die Länder „zurückzuführen“, in denen sie zuerst „aufgeschlagen“ sind. Sie fallen in absehbarer Zeit dann nicht mehr ins Gewicht. Die wenigen Anerkannten werden soweit notwendig von ProArbeit finanziert. Geht die Rechnung auf, muss das Land Hessen bis 2020 kaum zahlen. Junge Menschen werden auf Bundesebene bereits systematisch selbst in das Kriegsgebiet Afghanistan abgeschoben. Gegen die meisten liegen keinerlei Hinweise auf Kriminalität vor. Ganz im Gegenteil: Sie sind mittlerweile voll in ihrem Umfeld integriert  und haben Arbeit oder oft größere Job-Perspektiven als viele Hartz- IV-Empfänger in der Bundesrepublik. Aber sie kosten halt „Pauschale“…

Es gibt noch einen Grund, warum die Städte und Kommunen bis 2020 weiterhin hohe Mittel aus der Landeskasse erhalten: „Die Städte und Gemeinden erfüll(t)en mit ihren Haupt- und Ehrenamtlichen die Aufgaben der Aufnahme, Unterbringung und Integration von Flüchtlingen mit großem Engagement und hoher Qualität“, so laut hessenschau.de[1] der Präsident des Hessischen Städtetages, Patrick Burghardt (CDU). Was zunächst wie Lob klingt, mutet eher höhnisch an: Die Städte und Gemeinden erhalten also Fördermittel, weil sie unter anderem unentgeltlich tätige ehrenamtliche Mitarbeiter beschäftigen?

Marianne Kestler

[1] Quelle: http://hessenschau.de/gesellschaft/das-zahlt-hessen-den-kommunen-fuer-fluechtlinge,fluechtlingspauschale-102.html

Ihre Spende

Wir freuen uns sehr über jede Unterstützung unserer Arbeit, sehen wir sie doch als Zeichen, dass die Menschen, die hier bei uns Zuflucht suchen, willkommen sind.

Die Spendengelder geben uns die Möglichkeit, den Flüchtlingen in Neu-Isenburg unbürokratisch Hilfe zu leisten, das ist eine Stärke der Flüchtlingshilfe. Ganz wichtig ist uns dabei, dass unsere Hilfe immer Hilfe zur Selbsthilfe ist.

Bisher konnten wir so u.a. Sprachtreffs und Lernmaterial finanzieren, Fahrradkurse für Frauen organisieren, unsere sehr gut frequentierte Fahrradwerkstatt ausstatten und sportliche Aktivitäten finanzieren. In Einzelfällen haben wir Kosten für Medikamente oder Fahrkarten übernommen. In besonderen Fällen beteiligten wir uns an Rechtsanwaltskosten.

Oftmals scheitern gesundheitlich erforderliche Maßnahmen an bürokratischen Hürden. So finanzierten wir orthopädische Schuhe und Kompressionsstrümpfe.

Da wir alle ehrenamtlich tätig sind, kommt jeder Cent der Spenden den Flüchtlingen zugute.